Tagliatelle mit Ragù aus Weißwein und Huhn Recipe
Dieses helle Ragù aus gehacktem Hähnchenfleisch und Weißwein ist die zartere Cousine der klassischen Bolognese-Sauce. In Italien werden solche Saucen oft sonntags zum Familienessen serviert. Die Sauce ist voll von Gemüse und Kräutern und hat einen feinen, aber tiefen Geschmack – ideal, wenn du Lust auf etwas Leichteres hast als schweres Rindfleisch.
Weißes Ragù mit Geflügel ist in der Emilia-Romagna eine beliebte, hausgemachte Variante des klassischen Ragù, die man eher in Trattorien als in touristischen Restaurants findet. Wein und Soffritto bleiben dabei unverändert, nur die Fleischsorte und die Schwere der Sauce ändern sich.
Tagliatelle mit Ragù aus Weißwein und Huhn ist eine hellere, zartere Antwort auf das klassische Bolognese-Ragù – hier stehen mehr Gemüse und Kräuter im Vordergrund als schweres Fleisch. Weißwein und Sahne bilden eine subtile, samtige Sauce, in der das Hähnchenfleisch weich ist, aber den Gesamtgeschmack nicht dominiert. Das Gericht hat etwas Sonntägliches, ist aber leicht genug, um es auch mitten in der Woche zu genießen, ohne sich „überfressen“ zu fühlen.
Warum diese Version funktioniert
- Fein gehacktes Soffritto verschmilzt mit der Sauce und bildet eine aromatische Geschmacksbasis statt deutlich spürbarer Gemüsestückchen.
- Eine breite Pfanne erleichtert das Verdampfen von Wein und Brühe, sodass die Sauce auf natürliche Weise eindickt und nicht durch extremes Einkochen bei sehr hoher Hitze.
- Das schrittweise Zugeben von Nudelwasser ermöglicht eine präzise Steuerung der Konsistenz und sorgt für eine Sauce, die die Tagliatelle wirklich ummantelt.
- Zum Schluss hinzugefügte Sahne rundet den Geschmack ab, hat aber keine Zeit, sich zu trennen oder anzusetzen.
Tipps vom Koch
Ich brate das Hähnchenfleisch bei recht hoher Hitze an, bis es leicht Farbe annimmt – wenn es zu viel Wasser zieht und zu schmoren beginnt, wird die Sauce fad. Am Gemüse-Soffritto solltest du nicht sparen: Gib Karotte, Sellerie und Zwiebel mindestens 8–10 Minuten Zeit, um langsam weich zu werden, denn sie bauen die Geschmackstiefe auf. Nach dem Angießen des Weißweins lasse ich ihn immer kurz einkochen, bis der Alkoholgeruch verflogen ist, und erst dann gebe ich Brühe und den Rest der Zutaten hinzu.
Serviervorschläge
Dieses Ragù eignet sich hervorragend für ein Sonntagsessen mit der Familie, wenn du etwas „Festliches“ servieren möchtest, das aber nicht zu schwer ist – serviere es auf großen Tellern, mit viel Sauce und frisch geriebenem Parmesan. Dazu passt ein trockener Weißwein, den du auch zum Kochen verwendet hast, z. B. Pinot Grigio, oder ein leichter Rotwein, wenn du das Gericht abends servierst. Als Beilage reicht eine Schüssel Blattsalat mit einfachem Vinaigrette und ein paar im Ofen geröstete Karotten.
Worauf man achten sollte
- Wenn das Fleisch viel Flüssigkeit abgibt und eher kocht als brät, die Hitze erhöhen und rühren, bis die Flüssigkeit verdampft ist – sonst bleibt das Ragù flach im Geschmack.
- Die Reduktionszeit für den Wein nicht verkürzen; solange er noch intensiv nach Alkohol riecht, wirkt die Sauce scharf und unausgewogen.
- Wird die Brühe zu stark eingekocht, wird die Sauce pastig – halte ein sanftes Köcheln („leises Blubbern“) und vermeide heftiges Kochen.
Zutaten
- Tagliatelle oder andere lange Eierpasta - 350 g
- gehacktes Hähnchenfleisch am besten aus den Keulen, sie sind saftiger - 400 g
- Karotte fein gewürfelt - 1 Stück
- Stange Staudensellerie fein gehackt - 1 Stück
- Zwiebel fein gehackt - 1 Stück
- trockener Weißwein kann durch Hühnerbrühe ersetzt werden - 150 ml
- Hühner- oder Gemüsebrühe - 300 ml
- Sahne 30 % optional, für eine leichte Cremigkeit - 80 ml
- Olivenöl - 3 Esslöffel
- Knoblauchzehe fein gehackt - 1 Stück
- frischer Rosmarin oder Thymian gehackt oder getrocknet - 1 Teelöffel
- Lorbeerblatt - 1 Stück
- geriebener Parmesan zum Servieren - 40 g
- Salz und Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung
- Karotte, Sellerie und Zwiebel fein würfeln. Den Knoblauch fein hacken.
- In einer großen Pfanne oder einem breiten Topf das Olivenöl bei mittlerer Hitze erhitzen. Karotte, Sellerie und Zwiebel hinzufügen. 8–10 Minuten unter häufigem Rühren anbraten, bis das Gemüse weich wird und an den Rändern leicht bräunt.
- Den Knoblauch hinzufügen und weitere 1 Minute braten, bis er intensiv duftet.
- Das gehackte Hähnchenfleisch hinzufügen. Mit einem Löffel zerteilen, damit keine großen Klumpen bleiben. 6–8 Minuten braten, bis das Fleisch hell wird und nicht mehr rosa ist.
- Den Weißwein angießen, umrühren und 3–4 Minuten bei mittlerer Hitze kochen, bis der Großteil der Flüssigkeit verdampft ist.
- Die Brühe, das Lorbeerblatt und Rosmarin oder Thymian hinzufügen. Die Hitze reduzieren und 20–25 Minuten ohne Deckel bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis die Sauce deutlich eindickt. Gelegentlich umrühren.
- Wenn du Sahne verwendest, diese zum Ende der Garzeit zugießen und weitere 3–4 Minuten kochen, bis die Sauce leicht cremig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Lorbeerblatt entfernen.
- Inzwischen die Pasta in reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen. Etwa 1 Tasse vom Kochwasser aufbewahren.
- Die gekochte Pasta in die Pfanne mit der Sauce geben. Einige Esslöffel Nudelwasser hinzufügen und 1–2 Minuten bei kleiner Hitze mischen, bis die Sauce die Pasta vollständig umhüllt.
- Sofort servieren, mit geriebenem Parmesan und frisch gemahlenem Pfeffer bestreut.
Aufbewahrung
Übrig gebliebene Sauce luftdicht verschlossen im Kühlschrank 2–3 Tage aufbewahren oder einfrieren. Beim Aufwärmen bei kleiner Hitze mit etwas Wasser oder Brühe verdünnen und mit frisch gekochter Pasta, Reis oder auf geröstetem Brot servieren.
Ich koche dieses Ragù am häufigsten, wenn ich weiß, dass am Sonntagnachmittag spontan jemand „auf einen Sprung“ vorbeikommt und plötzlich fünf statt zwei Personen am Tisch sitzen – Hähnchen habe ich immer im Gefrierschrank, und Gemüse findet sich in der Gemüseschublade. Ich lasse mir gern eine kleine Portion Sauce für den Montag übrig, denn sie schmeckt auch großartig mit Reis oder auf geröstetem Brot als schnelles Abendessen.