Pizza bianca mit Kartoffeln, Rosmarin und Mozzarella Recipe
Pizza bianca ist eine Pizza ohne Tomatensauce. Diese Version mit dünn geschnittenen Kartoffeln, Rosmarin und Mozzarella ist besonders in Mittelitalien beliebt. Sie schmeckt wie eine Mischung aus Pizza und einer sehr dünnen Kartoffelauflauf – schlicht, aber überraschend suchterzeugend.
In römischen Bäckereien wird Pizza bianca oft in langen rechteckigen Stücken als Snack „zum Mitnehmen“ verkauft. Varianten mit Kartoffeln und Rosmarin sind besonders in Mittelitalien beliebt, wo die Kartoffel als günstige, gut sättigende Zutat gilt.
Pizza bianca mit Kartoffeln ist eine dieser italienischen Erfindungen, die zunächst seltsam klingen und nach dem ersten Bissen zur Obsession werden – knuspriger Boden, dünne Kartoffelscheiben und duftender Rosmarin ergeben etwas zwischen Focaccia und Auflauf. Durch den Verzicht auf Tomatensauce treten der Geschmack von Olivenöl, Salz und Kräutern in den Vordergrund, ganz wie in römischen Bäckereien, in denen solche Pizza vom Blech nach Gewicht verkauft wird. Cremige Mozzarella verstärkt den Comfort-Food-Effekt, ohne schwer im Magen zu liegen.
Warum diese Version funktioniert
- Das Einweichen und anschließende gründliche Trocknen der Kartoffeln sorgt dafür, dass sie unter dem Käse rösten statt zu garen.
- Eine maßvolle Menge Mozzarella beschwert den Belag nicht, sodass der Boden gut bräunen kann.
- Dünn ausgezogenes Teig und ein stark vorgeheiztes Blech bringen das Ergebnis nah an Pizza vom Stein.
Tipps vom Koch
Schneide die Kartoffeln wirklich so dünn wie möglich – am besten mit einer Mandoline –, sonst werden sie nicht rechtzeitig gar und bleiben hart. Lass den Teig gründlich gehen, bis er leicht und voller Bläschen ist; zu kurze Gehzeit führt zu einem flachen, zähen Boden. Übertreibe es nicht mit Käse und Olivenöl, sonst kocht die Pizza eher, als dass sie bräunt – besser etwas Mozzarella erst gegen Ende der Backzeit hinzufügen, wenn die Ränder schon Farbe haben.
Serviervorschläge
Serviere sie noch heiß, in Rechtecke geschnitten, mit einem Glas leichtem, trockenem Weißwein (z.B. Verdicchio) oder einfach mit einem kräftigen Espresso zum späten Mittagessen auf italienische Art. Sie eignet sich hervorragend als Snack zum gemeinsamen Fußball- oder Serienabend, besonders wenn du das Blech einfach auf den Tisch stellst und jeder zugreift. Dazu passt ein einfacher Rucolasalat mit Zitrone und Olivenöl, um den sättigenden Charakter der Kartoffeln auszugleichen.
Worauf man achten sollte
- Zu dicke Kartoffelscheiben bleiben innen hart, selbst wenn der Käse schon stark gebräunt ist.
- Zu viel Käse und Olivenöl lässt Flüssigkeit auf der Oberfläche stehen, und die Pizza wird weich statt knusprig.
- Wenn der Teig sein Volumen nicht verdoppelt, wird der Boden dicht und gummiartig – gib ihm mehr Zeit an einem warmen Ort.
Ersatzzutaten
- Mozzarella kannst du durch Fior di Latte oder einen milden, gut schmelzenden Schnittkäse ersetzen.
- Rosmarin lässt sich durch frischen Thymian austauschen, wenn du ein milderes Aroma bevorzugst.
- Einen Teil des Weizenmehls kannst du durch Brotmehl ersetzen, um einen stärker „kauigen“ Boden zu bekommen.
Zutaten
- Mehl - 300 g
- lauwarmes Wasser - 180 ml
- Trockenhefe (oder 12 g frische Hefe) - 4 g
- Salz - 0.75 Teelöffel
- Olivenöl (2 für den Teig, 1 zum Bestreichen) - 3 Esslöffel
- Kartoffeln (mittelgroß, am besten festkochend) - 2 Stück
- Mozzarella (als Kugel oder gerieben) - 150 g
- frischer Rosmarin (gehackt) - 1 Esslöffel
- Knoblauch (optional, für das Aroma) - 1 Zehe
- frisch gemahlener Pfeffer (nach Geschmack)
Zubereitung
- Mehl, Salz und Trockenhefe in eine Schüssel geben und vermischen. Lauwarmes Wasser und 2 Esslöffel Olivenöl hinzufügen und mit einem Löffel rühren, bis ein weicher, leicht klebriger Teigball ohne trockene Stellen entsteht.
- Den Teig etwa 8–10 Minuten mit der Hand kneten, bis er glatt und elastisch ist; drückt man mit dem Finger hinein, soll er langsam in seine Form zurückspringen und nicht stark an der Hand kleben. Falls nötig, nur 1–2 Esslöffel Mehl zugeben.
- Zu einer Kugel formen, in eine leicht geölte Schüssel legen und mit einem Tuch abdecken. An einem warmen Ort 45–60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich verdoppelt hat und sich unter der Oberfläche kleine Luftblasen zeigen.
- Den Ofen auf 230–240°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech dünn mit Olivenöl bestreichen oder mit Backpapier auslegen und leer für mindestens 5 Minuten in den Ofen schieben, bis es durch den Handschuh hindurch sehr heiß zu spüren ist.
- Kartoffeln schälen und in sehr dünne Scheiben schneiden, am besten mit einer Mandoline – sie sollten fast durchscheinend sein. 5 Minuten in kaltes Wasser legen, um die Stärke auszuwaschen, dann abgießen und mit einem Tuch oder Küchenpapier gründlich trocken tupfen.
- Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben. Mit den Fingern sanft zu einem Rechteck in Blechgröße ausziehen und dabei einen etwas dickeren Rand stehen lassen; der Teig soll dünn sein, aber ohne Löcher oder durchscheinende Stellen.
- Das heiße Blech aus dem Ofen nehmen und den Teig zügig darauflegen. Die Oberfläche mit 1 Esslöffel Olivenöl bestreichen. Den Knoblauch durch eine Presse drücken oder fein hacken und dünn auf dem Teig verteilen, dabei den Rand aussparen, damit er nicht verbrennt.
- Die Kartoffelscheiben in einer dichten, leicht überlappenden Schicht wie Dachziegel auf dem Teig verteilen. Salzen, pfeffern und mit fein gehacktem Rosmarin bestreuen, sodass die meisten Scheiben Kontakt mit dem Kraut haben.
- Mozzarella gründlich aus der Lake abtropfen, in dünne Scheiben schneiden oder in kleine Stücke zupfen. Eher locker über den Kartoffeln verteilen, sodass freie Stellen bleiben, an denen Teig und Kartoffeln bräunen können.
- Die Pizza 12–15 Minuten backen, bis die Ränder goldbraun und deutlich knusprig sind, der Käse stellenweise gebräunt ist und die Kartoffeln weich und an den Kanten leicht gebräunt sind. 2–3 Minuten ruhen lassen, dann in Rechtecke schneiden und heiß servieren.
Aufbewahrung
Übrig gebliebene Pizzastücke im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag im Ofen oder in der Pfanne aufwärmen, damit der Boden wieder knusprig wird. Für längere Lagerung kannst du die Pizza portionsweise einfrieren und bei Bedarf direkt aus dem Gefrierfach aufbacken.
Ich mache diese Pizza immer, wenn noch eine angebrochene Kugel Mozzarella und ein paar Kartoffeln im Kühlschrank liegen – an einem Freitagabend bewahrt sie mich oft davor, Essen zu bestellen. Meist backe ich sie auf einem stark vorgeheizten, umgedrehten Backblech, weil ich keinen Pizzastein habe.