Focaccia mit Rosmarin und Olivenöl Recipe
Focaccia ist ein fluffiges, flaches Brot mit Olivenöl und Kräutern, besonders in Ligurien beliebt. Die Italiener essen es zum Frühstück, als Snack zwischendurch oder statt Brot zu Suppe oder Salat. Es ist ein bisschen wie eine Mischung aus Brot und Pizza – innen weich, oben leicht knusprig, mit duftendem Rosmarin.
In Ligurien wird Focaccia zum Frühstück in Cappuccino getunkt oder als Snack zwischendurch gegessen. Die klassische Version mit Rosmarin und grobem Salz ist das Grundrezept vieler dortiger Bäckereien.
Focaccia mit Rosmarin ist ein Brot, das nach einer kleinen Bäckerei in einem ligurischen Städtchen duftet – mit weicher, elastischer Krume und einer leicht knusprigen, kräftig mit Olivenöl getränkten Kruste. Die typischen Vertiefungen im Teig halten Öl und Salz fest und bilden kleine Taschen voller Geschmack, während frischer Rosmarin ein intensives Kräuteraroma beisteuert. Es ist etwas zwischen Brot und Snack, das man zu jeder Tageszeit essen kann.
Warum diese Version funktioniert
- Der hohe Wasseranteil im Teig sorgt für große Luftblasen und eine leichte, unregelmäßig gelockerte Krume.
- Die Mischung aus Olivenöl und Wasser in den Vertiefungen ergibt eine saftige, aber zugleich knusprige Oberfläche.
- Zwei Gehphasen verstärken Geschmack und Struktur, ohne komplizierte Falttechniken zu benötigen.
- Ein großzügig eingeöltes Blech sorgt für einen leicht „angebratenen“, goldenen Boden.
Tipps vom Koch
Gib dem Teig wirklich viel Zeit zum Gehen – selbst wenn er sein Volumen früher verdoppelt, sorgen zusätzliche 30–40 Minuten dafür, dass die Focaccia luftiger wird und mehr Luftblasen entwickelt. Vor dem Backen keine Angst vor Olivenöl haben: Das Blech sollte gut gefettet und die Oberfläche großzügig beträufelt sein, sonst wird die Kruste trocken. Die Vertiefungen mit den ganzen Fingerspitzen drücken, fast bis zum Blechboden – nicht nur für die Optik, sondern damit sich dort das Olivenöl sammeln kann.
Serviervorschläge
Serviere die Focaccia noch leicht warm, in Rechtecke geschnitten, als Beilage zu Suppen (besonders Tomatensuppe) oder einfachen Salaten mit Rucola und Tomaten. Sie eignet sich auch hervorragend als Basis für Sandwiches – quer aufschneiden und mit Mozzarella, Parmaschinken und Rucola für ein schnelles Büro-Lunch füllen. Für einen gemütlichen Abend mit Wein kannst du sie auf einer großen Platte mit Oliven, Käse und einem einfachen Dip aus Olivenöl und Balsamico servieren.
Worauf man achten sollte
- Nicht zu viel Mehl einarbeiten – ein zu fester Teig führt zu trockener, wenig gelockerter Focaccia.
- Zu kurze Gehzeiten lassen die Focaccia flach und schwer statt elastisch und luftig werden.
- Zu wenig Olivenöl unter dem Teig begünstigt Ankleben und einen harten, blassen Boden.
Ersatzzutaten
- Bis zu 50 ml Wasser kannst du durch Milch ersetzen, um eine feinere, weichere Krume zu erhalten.
- Statt frischem Rosmarin kannst du 1 Teelöffel getrockneten verwenden, einen Teil davon kannst du direkt in den Teig geben.
- Weizenmehl Type 550 lässt sich durch Pizzamehl oder ein helles, eiweißreiches Brotmehl ersetzen.
Zutaten
- Mehl - 500 g
- lauwarmes Wasser - 320 ml
- Trockenhefe (Instant) oder 20 g frische Hefe - 7 g
- Olivenöl plus für das Blech und zum Beträufeln der Oberfläche - 60 ml
- Salz etwa 1,5 Teelöffel - 10 g
- frischer Rosmarin gehackt, plus Zweige zum Dekorieren - 2 Esslöffel
- grobes Meersalz zum Bestreuen der Oberfläche - 1 Teelöffel
Zubereitung
- Mehl, Trockenhefe und Salz in eine große Schüssel geben. Mit einem Löffel gründlich vermischen, bis alles gleichmäßig verteilt ist und keine sichtbaren Hefeklumpen mehr vorhanden sind.
- Lauwarmes Wasser und 40 ml Olivenöl hinzufügen. Mit Löffel oder Hand mischen, bis ein sehr klebriger, gleichmäßiger Teig ohne trockene Mehlnester entsteht – die Masse soll sich dehnen, aber nicht zerreißen.
- Den Teig in der Schüssel oder auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 8–10 Minuten kneten, bis er glatt, elastisch ist und sich allmählich von den Händen löst. Wenn er stark klebt, die Hände mit Olivenöl einfetten, statt zusätzlich Mehl einzuarbeiten.
- Eine Kugel formen, in die Schüssel legen und die Oberfläche dünn mit Olivenöl bestreichen. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat und der Teig sich bei Berührung weich wie ein Kissen anfühlt.
- Ein Blech von ca. 30×40 cm großzügig mit 1–2 Esslöffeln Olivenöl einstreichen, auch die Ränder. Den aufgegangenen Teig vorsichtig in die Mitte setzen, dabei möglichst wenig Luftblasen herausdrücken – er sollte auf dem Blech leicht „wackeln“.
- Den Teig mit den Fingern nach außen ziehen und in die Ecken drücken, bis er das Blech gleichmäßig ausfüllt. Wenn er sich stark zusammenzieht, 5–10 Minuten ruhen lassen, damit sich das Gluten entspannt, und anschließend ohne Reißen bis in die Ecken dehnen.
- Das Blech mit einem Tuch abdecken und 20–30 Minuten ruhen lassen. Der Teig ist bereit, wenn er deutlich aufgegangen ist und eine leichte Delle vom Fingerdruck langsam zurückspringt, die Oberfläche also federnd und nicht flach wirkt.
- Den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Fingerspitzen in Olivenöl tauchen und dicht an dicht Vertiefungen in den Teig drücken, fast bis auf den Blechboden. Die Oberfläche soll wie eine unregelmäßige Mondlandschaft aussehen, ohne Risse.
- 20 ml Olivenöl mit 2 Esslöffeln Wasser verrühren und gleichmäßig über die Oberfläche gießen, sodass sich die Mischung in den Vertiefungen sammelt. Mit fein gehacktem Rosmarin und grobem Salz bestreuen und beides gleichmäßig verteilen.
- Die Focaccia 20–25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun, der Boden leicht gebräunt und trocken beim Anfassen ist. Beim Klopfen auf den Boden sollte sie hohl und leicht dumpf klingen. Nach dem Herausnehmen nach Belieben dünn mit Olivenöl beträufeln, 5–10 Minuten ruhen lassen und dann in Stücke schneiden.
Aufbewahrung
Abgekühlte Focaccia in einem luftdichten Behälter bei Zimmertemperatur 1–2 Tage aufbewahren oder einfrieren. Zum Auffrischen kurz im heißen Ofen oder Toaster aufbacken.
Ich backe Focaccia meist am Freitagabend, wenn ich weiß, dass mich am Samstag ein langer Tag außer Haus erwartet – dann nehme ich ein paar Stücke in einer Dose als Notfall-Snack mit. Manchmal bestreue ich auch die Hälfte des Blechs zusätzlich mit dünn geschnittener roter Zwiebel, um zwei Varianten auf einmal zu haben.