Kantonesischer gebratener Reis mit Schinken und Gemüse Recipe
Kantonesischer gebratener Reis ist ein Klassiker chinesischer Restaurants – mild gewürzt, farbenfroh und nicht überladen. In China wird er oft aus Reis vom Vortag zubereitet, damit nichts verschwendet wird, ähnlich wie bei uns Aufläufe aus Resten. Eine großartige Möglichkeit für ein schnelles Ein-Pfannen-Gericht.
In Südchina ist gebratener Reis ein typisches „Restegericht“, das häufig nach größeren Festmahlen auf den Tisch kommt. Die kantonesische Version ist mild gewürzt, damit Reis, Ei und Fleisch jeweils mit ihrem eigenen Geschmack zur Geltung kommen.
Kantonesischer gebratener Reis ist die Essenz der „Zero-Waste“-Küche – aus Reis vom Vortag und ein paar Zutaten entsteht ein vollwertiges, buntes Mittagessen. Die milde Würzung sorgt dafür, dass man den Geschmack von Schinken, Ei und Gemüse deutlich wahrnimmt und jedes Reiskorn locker bleibt. In China steht dieses Gericht oft unter der Woche auf dem Tisch, wenn Reste aus dem Kühlschrank schnell verwertet werden müssen.
Warum diese Version funktioniert
- Die Verwendung von gekühltem, leicht angetrocknetem Reis garantiert eine lockere, körnige Struktur, die mit frisch gekochtem Reis nicht zu erreichen ist.
- Das separate, schnelle Anbraten des Eis sorgt für feine Fäden statt eines schweren Rühreis, das die Reiskörner zusammenklebt.
- Das Zugeben der Sojasauce am Rand der Pfanne lässt sie leicht karamellisieren und den Reis gleichmäßig umhüllen, ohne ihn aufzuweichen.
- Die schlichte Würzung betont den Geschmack von Schinken und Gemüse, sodass das Gericht sich vielseitig als Hauptspeise oder Beilage einsetzen lässt.
Tipps vom Koch
Verwende gut gekühlten, am besten eintägigen Reis – frisch gekochter Reis klebt und verwandelt die Pfanne in einen einzigen Klumpen. Brate zuerst Schinken, Gemüse und Ei kurz an und füge den Reis erst danach bei starker Hitze hinzu, dabei ständig rühren. Übertreibe es nicht mit der Sojasauce – sie soll den Geschmack nur leicht unterstreichen und das Gericht nicht dominieren oder stark nachdunkeln.
Serviervorschläge
Als eigenständiges Mittagessen mit einem Schälchen scharfer Chilipaste daneben servieren, damit sich jeder nach Belieben nachwürzen kann. Passt auch sehr gut als Beilage zu Brathähnchen oder asiatischen Grillspießen bei einem sommerlichen Gartenfest. Dazu eignen sich grüner Tee oder leicht sprudelndes Wasser mit Zitrusfrüchten, das nach den salzigeren Bissen erfrischt.
Worauf man achten sollte
- Verwende keinen warmen, frisch gekochten Reis – er klebt und bildet Klumpen, die selbst mit viel Öl nicht mehr trocknen.
- Gib nicht zu viel Sojasauce hinzu, sonst wird der Reis dunkel, feucht und schwer; sie soll den Geschmack nur dezent unterstreichen.
- Trockne die Eier am Anfang nicht zu stark aus – nach dem erneuten Anbraten mit dem Reis werden sie sonst gummiartig und hart.
Ersatzzutaten
- Den Schinken kannst du durch klein geschnittenes Brathähnchen, Bacon oder geräucherten Tofu für eine fleischlose Variante ersetzen.
- Tiefgekühlte Erbsen lassen sich durch eine Mischung aus TK-Gemüse austauschen, z. B. Erbsen mit Mais und Paprika.
- Statt Langkornreis kannst du Jasminreis verwenden; achte dann besonders darauf, dass er gut gekühlt und aufgelockert ist, da er von Natur aus klebriger ist.
Zutaten
- gekochter und abgekühlter Langkornreis am besten Reis vom Vortag - 350 g
- gekochter oder gebratener Schinken in kleine Würfel geschnitten; Putenschinken möglich - 120 g
- Eier - 2 Stück
- tiefgekühlte Erbsen - 80 g
- Möhre klein, in sehr kleine Würfel geschnitten - 1 Stück
- Zwiebel - 3 Stück
- Öl - 3 Esslöffel
- helle Sojasauce - 1.5 Esslöffel
- Salz nach Geschmack, vorsichtig dosieren, da Sojasauce salzig ist
- gemahlener weißer Pfeffer optional - 0.25 Teelöffel
Zubereitung
- Wenn der Reis frisch gekocht ist, auf einem Teller ausbreiten und vollständig abkühlen lassen, am besten im Kühlschrank, damit die Körner sich trennen.
- Die Möhre in sehr kleine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln hacken und weiße von grünen Teilen trennen.
- In einer großen Pfanne oder einem Wok 1 Esslöffel Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Eier hineinschlagen und mit dem Pfannenwender schnell rühren, bis weiche, kleine Rühreistücke entstehen. Die Eier auf einen Teller geben.
- In dieselbe Pfanne das restliche Öl geben. Die weißen Teile der Frühlingszwiebeln und die Möhre zugeben. 3–4 Minuten unter Rühren braten, bis die Möhre leicht weich ist.
- Tiefgekühlte Erbsen und Schinken hinzufügen. 2–3 Minuten braten, bis die Erbsen aufgetaut und heiß sind.
- Die Hitze erhöhen. Den Reis zugeben und Klumpen mit Löffel oder Pfannenwender zerteilen. 3–4 Minuten unter häufigem Rühren braten, bis der Reis heiß und leicht trocken ist.
- Sojasauce, Eier und den Großteil der grünen Frühlingszwiebelringe zugeben. Alles gut vermischen, damit die Sauce den Reis gleichmäßig überzieht.
- Mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Sofort servieren und mit den restlichen grünen Frühlingszwiebeln bestreuen.
Aufbewahrung
Reste schnell abkühlen lassen, luftdicht verpacken und im Kühlschrank maximal 1 Tag aufbewahren. Vor dem Verzehr in der Pfanne oder Mikrowelle vollständig durcherhitzen. Nicht mehrfach aufwärmen, da Reis empfindlich ist und schnell verdirbt.
Ich mache diesen Reis am häufigsten montags, wenn noch etwas Schinken vom Wochenende und eine Schüssel Reis vom gestrigen Curry im Kühlschrank stehen. Zu Hause wird er scherzhaft „chinesisches Rührei mit Reis“ genannt, weil ich immer ein Ei mehr hineingebe, als im Rezept steht.