Heringe in Sahne mit Apfel und Zwiebeln Recipe
Heringe in Sahne sind eine klassische polnische Vorspeise, die oft an Heiligabend, aber auch auf Partys und bei Familientreffen serviert wird. Die säuerlich-süße Soße aus Sahne, Apfel und Zwiebeln passt hervorragend zum salzigen Fisch. Es erinnert ein wenig an skandinavische marinierte Heringe, nur in einer cremigeren, polnischen Version.
Dies ist eines der häufigsten „kalten Fischgerichte“ auf polnischen Tischen – von Heiligabend bis zu Betriebsfeiern, oft zusammen mit Heringsvarianten in Öl oder nach Kaschubischer Art.
Heringe in Sahne mit Apfel und Zwiebeln verbinden die Salzigkeit des Fisches mit der Säure der Sahne und der Frische der knackigen Zutaten zu einer Vorspeise, die schneller vom Tisch verschwindet als das Brot daneben. Das Gericht ist tief in polnischen Festtagen und Familienfeiern verwurzelt, wirkt dank Apfel und Joghurt aber leichter und frischer als schwere Mayonnaisesalate. Die cremige Soße umhüllt die Heringsstücke und hebt ihren Geschmack hervor, statt ihn zu überdecken.
Warum diese Version funktioniert
- Die Kombination aus Sahne und Joghurt ergibt eine cremige, aber nicht schwere Sauce mit klarer, erfrischender Säure.
- Das Überbrühen der Zwiebeln mit kochendem Wasser mildert die Schärfe, erhält etwas Biss und lässt sie den Hering nicht übertönen.
- Das kontrollierte Wässern der Heringe mit Zwischendurch‑Probieren ermöglicht es, den Salzgehalt dem eigenen Geschmack anzupassen.
- Der geriebene, leicht ausgedrückte Apfel bindet die Sauce und bringt eine frische, fruchtige Note ein, ohne sie zu verwässern.
Tipps vom Koch
Wenn du gesalzene Heringe verwendest, wässere sie unbedingt mehrere Stunden in kaltem Wasser oder Milch und wechsle die Flüssigkeit 1–2 Mal, bis sie angenehm, aber nicht übermäßig salzig sind. Die Zwiebeln solltest du mit kochendem Wasser überbrühen oder kurz in Zitronensaft marinieren, um ihre Schärfe zu mildern – so wird der Salat ausgewogener und magenfreundlicher. Die fertigen Heringe sollten mindestens ein paar Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank durchziehen, damit sich die Aromen richtig verbinden.
Serviervorschläge
Die Heringe gut gekühlt mit dick geschnittenem Sauerteigbrot oder mit heißen Pellkartoffeln mit Dill servieren – die Kartoffeln nehmen die Soße wunderbar auf. Für Partys die Portionen in kleine Gläser oder Auflaufförmchen füllen, sodass jede Person ihren eigenen Anteil mit einer Brotscheibe dazu hat. Als Getränk passen Kompott aus Trockenfrüchten oder hausgemachter Kwas hervorragend dazu.
Worauf man achten sollte
- Die Einweichzeit für sehr salzige Filets nicht zu stark verkürzen – zu salziger Hering überdeckt den Geschmack der Sauce und Gewürze.
- Die Heringe nicht mit einem rauen Metalllöffel umrühren, da die zarten Filets sonst leicht zerreißen und zu einem unappetitlichen Brei werden.
- Nicht sofort salzen – nach einigen Stunden gibt der Fisch einen Teil des Salzes an die Sauce ab und der Geschmack wird intensiver.
Ersatzzutaten
- Einen Teil der Sahne kannst du durch zusätzliche 2–3 Esslöffel Joghurt ersetzen, wenn du eine noch leichtere Sauce möchtest.
- Einen säuerlichen, festen Apfel kannst du durch eine kompakte, wenig saftige Birne für eine mildere Süße ersetzen.
- Dill lässt sich ohne Aromaverlust durch fein geschnittenen Schnittlauch oder glatte Petersilie austauschen.
Zutaten
- Heringsfilets à la Matjes in Öl oder gesalzen (bei gesalzenen Heringen müssen diese vorher gewässert werden) - 400 g
- Zwiebel (in dünne Streifen geschnitten) - 1 Stück
- säuerlicher Apfel (geschält, grob gerieben) - 1 Stück
- Sahne - 200 g
- Joghurt (für eine leichtere Soße) - 100 g
- Zitronensaft - 1 Esslöffel
- Zucker (oder Honig) - 1 Teelöffel
- Pfeffer (nach Geschmack)
- frischer Dill (gehackt, optional) - 1 Esslöffel
Zubereitung
- Wenn du gesalzene Heringe verwendest, diese abspülen, mit kaltem Wasser bedecken und 1–2 Stunden wässern, dabei das Wasser mehrmals wechseln. Ein Stück probieren – wenn sie noch sehr salzig sind, länger wässern.
- Die Heringe mit Küchenpapier trocken tupfen und in etwa 2–3 cm breite Stücke schneiden.
- Zwiebel schälen und in dünne Streifen schneiden. Um den Geschmack zu mildern, kannst du sie in einem Sieb mit kochendem Wasser übergießen und anschließend sofort mit kaltem Wasser abschrecken.
- Apfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und auf einer Reibe mit grober Lochung raspeln.
- In einer Schüssel Sahne, Joghurt, Zitronensaft, Zucker und Pfeffer verrühren. Die Soße abschmecken – sie sollte leicht säuerlich und dezent süß sein. Falls nötig nachwürzen.
- Geriebenen Apfel und Zwiebel zur Soße geben und vermischen.
- Die Heringsstücke in die Soße geben und vorsichtig unterheben, damit der Fisch nicht zerfällt.
- Die Schüssel abdecken und mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen, damit sich die Aromen verbinden.
- Vor dem Servieren die Heringe mit gehacktem Dill bestreuen.
Aufbewahrung
Die Heringe in einem gut verschließbaren Behälter im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2–3 Tagen verzehren. Darauf achten, dass der Fisch immer mit Soße bedeckt ist, damit er nicht austrocknet und sein Aroma behält.
Ich verstecke immer ein kleines Glas „für später“, denn nach zwei Tagen im Kühlschrank wird die Soße so seidig, dass die Heringe vom gemeinsamen Tisch verschwinden, bevor ich meine erste Portion aufgegessen habe.