Deutsches Rindergulasch Recipe
Rindergulasch ist ein deutscher Rindfleischeintopf, bei dem das Fleisch mit Zwiebeln und Paprika in einer dicken Sauce geschmort wird. Es ist ein typisches Gericht für kühle Tage und wird oft mit Klößen oder Kartoffeln bei Familienessen serviert. Die Aromen erinnern an ungarisches Gulasch, aber die deutsche Version ist in der Regel milder und weniger scharf.
In Deutschland ist Rindergulasch ein Klassiker der Hausmannskost und steht häufig auf der Karte in Gasthäusern, oft serviert mit Knödeln oder Spätzle. Im Unterschied zur ungarischen Variante ist er meist milder, mit einem höheren Zwiebelanteil und ohne sehr scharfe Paprika.
Deutscher Rindergulasch zeichnet sich durch eine besonders samtige, dicke Sauce auf Basis von gut angerösteten Zwiebeln und Paprika aus, mit einer deutlichen, aber nicht dominierenden Paprikanote. In Deutschland steht dieses Gericht sehr oft sonntags nach einem langen Herbstspaziergang auf dem Tisch, wenn sich alle etwas Wärmendes und Kräftiges wünschen. Der Geschmack ist tief und fleischig, aber milder und „häuslicher“ als bei der schärferen ungarischen Variante.
Warum diese Version funktioniert
- Das portionsweise Anbraten des Fleisches sorgt für einen tiefen, karamelligen Geschmack und eine dunkle Saucenfarbe statt eines grauen, wässrigen Eintopfs.
- Eine dünne Mehlschicht am Fleisch bindet die Sauce leicht, ohne dass eine schwere Mehlschwitze spürbar wird.
- Das Paprikapulver wird erst nach dem Anschwitzen der Zwiebeln zugegeben, damit es nicht verbrennt und bitter wird.
- Langes, sanftes Schmoren bei niedriger Hitze garantiert Fleisch, das unter dem Druck der Gabel zerfällt.
Tipps vom Koch
Das Wichtigste ist, das Fleisch in Portionen wirklich kräftig anzubraten – der Topf darf nicht überfüllt sein, sonst schmort das Fleisch statt zu rösten und die Sauce verliert an Tiefe. Achte beim Anrösten von Paprikapulver und Tomatenmark auf die Hitze; wenn die Gewürze verbrennen, wird das Gulasch bitter. Gegen Ende der Schmorzeit prüfe ich immer ein Stück Fleisch mit der Gabel: Fällt es ohne Widerstand auseinander, ist das Gericht fertig, wenn nicht, gönne ich ihm noch 15–20 Minuten bei kleiner Hitze.
Serviervorschläge
Rindergulasch schmeckt hervorragend mit deutschen Klößen, Kartoffelpüree oder breiten Nudeln, die die Sauce gut aufnehmen. Dazu passt ein dunkles Bier vom Typ Dunkel oder ein Glas trockener Rotwein, z.B. aus der Pfalz. Das Gericht ist ideal für ein winterliches Essen für mehrere Personen – ich habe es schon als „Topf-Buffet“ an Silvester serviert, und es war bis zum letzten Tropfen Sauce aufgegessen.
Worauf man achten sollte
- Den Topf beim Anbraten nicht überfüllen – sonst schmort das Fleisch im eigenen Saft, anstatt schön zu bräunen.
- Paprikapulver brennt leicht an, deshalb nach dem Zufügen die Hitze reduzieren und etwa eine Minute lang ununterbrochen rühren.
- Wenn das Fleisch nach der geplanten Schmorzeit noch zäh ist, nicht abkürzen – ihm mindestens weitere 15–20 Minuten sanftes Schmoren gönnen.
- Zu starkes Kochen ohne Deckel gegen Ende kann die Sauce schnell zu stark einkochen und den Topfboden ansetzen lassen.
Ersatzzutaten
- Einen Teil der Rinderbrühe kannst du durch Rotwein ersetzen, den du nach dem Anbraten des Fleisches zum Ablöschen und Einkochen zugibst.
- Wenn du keine Schärfe magst, lass die scharfe Paprika weg und gib stattdessen etwas mild geräucherte Paprika für mehr Aroma dazu.
- Ein Teil des Rindfleisches kann durch Schweineschulter ersetzt werden – der Gulasch wird milder, bleibt aber dennoch kräftig und gehaltvoll.
Zutaten
- Rindfleisch für Gulasch, z.B. Schulter oder Nacken, in Würfel geschnitten - 800 g
- Zwiebel mittelgroß - 3 Stück
- rote Paprika - 2 Stück
- Knoblauch - 3 Zehen
- Tomatenmark - 2 Esslöffel
- edelsüßes Paprikapulver gemahlen - 2 Teelöffel
- scharfes Paprikapulver gemahlen, optional - 0.5 Teelöffel
- Lorbeerblatt - 2 Stück
- Piment Körner - 3
- Rinderbrühe - 600 ml
- Öl zum Anbraten - 3 Esslöffel
- Weizenmehl zum Wenden des Fleisches - 1 Esslöffel
- Salz nach Geschmack
- Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
- Das Rindfleisch mit Küchenpapier trocken tupfen und in etwa 2–3 cm große Würfel schneiden. Mit Salz, Pfeffer und Mehl bestreuen und vorsichtig mischen, sodass jedes Stück leicht ummantelt ist.
- Die Zwiebeln in Streifen oder grobe Würfel schneiden. Die Paprika entkernen und in Streifen schneiden. Den Knoblauch fein hacken.
- In einem großen, schweren Topf 2 Esslöffel Öl bei recht hoher Hitze erhitzen. Das Fleisch portionsweise hineingeben, sodass sich die Stücke nicht berühren, und 3–4 Minuten pro Seite kräftig anbraten, bis sie gut gebräunt sind. Das angebratene Fleisch auf einen Teller geben.
- In denselben Topf den restlichen Esslöffel Öl geben. Die Zwiebeln hinzufügen und 6–8 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich sind und leicht bräunen.
- Knoblauch, edelsüßes und scharfes Paprikapulver zugeben und etwa 1 Minute rühren, bis die Gewürze intensiv duften, aber nicht anbrennen.
- Das Tomatenmark hinzufügen und unter Rühren eine weitere Minute anrösten.
- Das angebratene Fleisch samt ausgetretenem Saft zurück in den Topf geben. Lorbeerblätter und Pimentkörner hinzufügen.
- Die Brühe angießen, sodass das Fleisch fast bedeckt ist. Zum Kochen bringen, dann die Hitze auf ein Minimum reduzieren, den Topf abdecken und 60 Minuten schmoren lassen.
- Nach einer Stunde die geschnittene Paprika hinzufügen. Falls die Sauce zu stark eingekocht ist, etwas Wasser oder Brühe nachgießen. Zugedeckt weitere 40–60 Minuten schmoren, bis das Fleisch sehr zart ist und sich leicht mit einer Gabel zerdrücken lässt.
- Zum Schluss den Deckel abnehmen und das Gulasch weitere 5–10 Minuten bei mittlerer Hitze einkochen lassen, bis die Sauce eindickt. Abschmecken und mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
- Vor dem Servieren Lorbeerblätter und Pimentkörner entfernen. Das Gulasch heiß mit der Beilage nach Wahl servieren.
Aufbewahrung
Reste nach dem Abkühlen in einen verschließbaren Behälter füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Beim Aufwärmen langsam erhitzen und bei Bedarf mit etwas Wasser oder Brühe verdünnen. Das Gulasch lässt sich sehr gut portionsweise einfrieren und über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Ich koche dieses Gulasch meist am Samstagabend, damit ich es am Sonntag nur noch aufwärmen muss – am zweiten Tag schmeckt es sogar noch besser, weil die Sauce Zeit hatte, richtig durchzuziehen. Ich friere immer eine Portion „für schlechte Zeiten“ ein, wenn ich spät nach Hause komme und keine Energie mehr habe, lange zu kochen.