Chinesische Jiaozi mit Schweinefleisch und Kohl, in Wasser gekocht Recipe
Jiaozi gehören zu den beliebtesten Teigtaschen in China. Oft werden sie in der Familie zum Neujahr zubereitet – ähnlich wie in Polen das gemeinsame Formen von Uszka zu Weihnachten. In dieser Version werden die Teigtaschen in Wasser gekocht – der Teig ist weich und elastisch, die Füllung aus Schweinefleisch und Kohl saftig und leicht knoblauchig. Ideal zum Mittag- oder Abendessen oder für ein Treffen mit Freunden.
Jiaozi gelten in China als Symbol für Wohlstand, weil ihre Form an alte Goldbarren erinnert. Familien bereiten sie gemeinsam zu und verstecken oft in einem der Teigtaschen eine Münze als Glücksbringer für die Person, die sie findet.
Jiaozi sind Teigtaschen, die in China eine ähnliche emotionale Bedeutung haben wie bei uns gemeinsam geformte Pierogi – man macht sie zu Festtagen, Familienfeiern und für lange Abende. Die gekochte Version betont die Elastizität des Teigs und die Saftigkeit der Füllung aus Schweinefleisch und Kohl, und das feine Knoblaucharoma verbindet sich perfekt mit der kräftigen Dipsauce.
Warum diese Version funktioniert
- Der mit heißem Wasser aufgebrühte Teig ist weich wie bei unseren Pierogi, aber gleichzeitig so elastisch wie klassisches Jiaozi‑Teig.
- Sehr feines Hacken und gründliches Ausdrücken des Kohls verhindert, dass die Füllung wässrig wird.
- Längeres Rühren der Füllung in eine Richtung bindet die Proteine und sorgt für eine kompakte, saftige Struktur.
- Das Kochen in sanft kochendem Wasser verringert das Risiko, dass die Teigtaschen aufplatzen oder sich öffnen.
Tipps vom Koch
Den Teig lange genug kneten, bis er glatt und elastisch ist – so gehen die Teigtaschen im Topf nicht auf und reißen; lass ihn außerdem mindestens 20–30 Minuten unter einem Tuch ruhen. Die Füllung gut mischen, bis sie leicht klebrig wird, dann bleibt sie nach dem Garen kompakter und saftiger; wenn du sehr mageres Schweinefleisch verwendest, gib etwas Öl oder Wasser dazu, damit die Füllung nicht trocken wird. Beim Kochen nicht zu viele Jiaozi auf einmal in den Topf geben – das Wasser sollte immer leicht kochen und die Teigtaschen dürfen nicht zu dicht liegen, sonst kleben sie zusammen.
Serviervorschläge
Serviere sie in einer großen Schüssel oder auf einer Platte mit mehreren Schälchen Dipsauce: Sojasauce mit Reisessig, Sojasauce mit Chili oder mit etwas Sesamöl. Sie schmecken ideal als Hauptgericht für ein gemütliches Wochenendessen, wenn alle gemeinsam am Tisch sitzen, Teigtaschen formen und sie anschließend direkt aus dem Topf essen. Oft bereite ich vor Silvester eine größere Menge zu und friere einen Teil ein, um sie am Neujahrstag nur noch ins kochende Wasser zu geben und in 10 Minuten ein fertiges Essen zu haben.
Worauf man achten sollte
- Den Teig nicht zu dick ausrollen – zu dickes Teig wird mehlig und schwer; zu dünnes reißt leicht beim Kochen.
- Beim Formen die Luft im Inneren sorgfältig herausdrücken, sonst können Luftblasen den Teig im Wasser aufreißen.
- Nicht zu viele Teigtaschen auf einmal kochen – bei zu wenig Platz kleben sie leicht zusammen und am Topfboden fest.
Ersatzzutaten
- Einen Teil des Schweinefleischs kannst du durch fein gehackte Garnelen ersetzen, für einen zarteren, leicht meerigen Geschmack.
- Chinakohl lässt sich durch sehr fein gehackten Weißkohl ersetzen, der gründlich von überschüssigem Saft ausgedrückt wurde.
- Wenn du keinen Reisessig hast, nimm milden weißen oder hellen Weißweinessig und füge eine Prise Zucker hinzu, um die Säure abzurunden.
Zutaten
- Mehl Type 450–550 - 400 g
- heißes Wasser nicht kochend, aber sehr warm - 220 ml
- gemahlenes Schweinefleisch am besten aus Schulter oder Nacken, nicht zu mager - 350 g
- Kohl fein gehackt - 200 g
- Zwiebel gehackt - 3 Stück
- Knoblauch fein gehackt - 3 Zehen
- frischer Ingwer auf der feinen Reibe gerieben - 10 g
- Sojasauce - 2 Esslöffel
- Sesamöl für das Aroma, kann weggelassen werden - 1 Esslöffel
- Salz für die Füllung, plus eine Prise für den Kohl - 1 Teelöffel
- Pfeffer frisch gemahlen - 0.5 Teelöffel
- Reisessig für die Sauce; kann durch Apfelessig ersetzt werden - 2 Esslöffel
- Sojasauce - 2 Esslöffel
- Chiliöl oder scharfe Chilipaste optional für die Sauce - 1 Teelöffel
Zubereitung
- Mehl in eine große Schüssel geben. Nach und nach heißes (nicht kochendes) Wasser zugießen und mit Stäbchen oder einer Gabel rühren, bis kein trockenes Mehl mehr am Boden bleibt und feuchte Krümel entstehen. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, 8–10 Minuten kneten, bis der Teig glatt und elastisch ist und keine Risse mehr zeigt.
- Zu einer Kugel formen, in die Schüssel legen, mit einem feuchten Tuch oder Folie abdecken und 20–30 Minuten ruhen lassen. Nach der Ruhezeit sollte der Teig deutlich weicher und glatter sein und sich zu einem „Band“ ausziehen lassen, ohne zu reißen; wenn er noch reißt, einige Minuten länger ruhen lassen.
- Chinakohl sehr fein hacken, in eine Schüssel geben, mit einer Prise Salz bestreuen, mischen und etwa 10 Minuten stehen lassen, bis sich Saft am Boden sammelt. Dann den Kohl portionsweise über der Spüle sehr gut ausdrücken – er sollte nach dem Pressen eine kompakte Kugel bilden und sich trocken anfühlen.
- In eine große Schüssel das gemahlene Schweinefleisch, den ausgedrückten Kohl, fein gehackte Frühlingszwiebel, gepressten Knoblauch, geriebenen Ingwer, Sojasauce, Sesamöl, Salz und Pfeffer geben. Mit der Hand oder mit Stäbchen 2–3 Minuten in eine Richtung mischen, bis die Masse leicht klebrig wird und völlig homogen ist.
- Den ausgeruhten Teig in 4 gleich große Teile teilen. Jeden Teil zu einer Rolle von ca. 2 cm Durchmesser formen und in Stücke von der Größe einer Walnuss (ca. 10–12 g) schneiden. Jedes Stück leicht in Mehl wenden, zu einer kleinen Scheibe flachdrücken und den restlichen Teig immer abgedeckt halten, damit er nicht austrocknet.
- Jede Scheibe mit einem kleinen Nudelholz zu einem dünnen Kreis von 8–9 cm Durchmesser ausrollen, dabei die Mitte etwas dicker lassen als den Rand. Beim Ausrollen den Teigling in der Hand drehen und nur die Ränder ausrollen; die fertigen Kreise sofort mit einem Tuch abdecken, damit sie nicht austrocknen oder an den Kanten reißen.
- Etwa 1 gestrichenen Teelöffel Füllung in die Mitte jedes Kreises geben. Den Teig über der Füllung zu einem Halbmond umklappen und die Ränder sorgfältig zusammendrücken, dabei Luft von der Mitte nach oben herausstreichen – die Ränder sollten zu einer durchgehenden Naht ohne Lücken zusammenkleben. Nach Wunsch kleine Falten legen, jede Falte fest andrücken.
- In einem großen Topf reichlich Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen. Die Jiaozi portionsweise hineingeben, sodass sie frei schwimmen können; direkt nach dem Einlegen vorsichtig mit einem Löffel umrühren, damit sie nicht am Boden festkleben. Sobald das Wasser wieder kocht, die Hitze reduzieren, sodass es nur noch sanft siedet.
- 5–7 Minuten kochen, nachdem die Jiaozi an die Oberfläche gestiegen sind. Der Teig sollte an den Rändern leicht halbtransparent, weich, aber unter Druck eines Löffels elastisch sein, und die Füllung innen sehr heiß; zur Kontrolle einen Jiaozi aufschneiden und prüfen, ob kein rosa Fleisch mehr sichtbar ist. Mit einer Schaumkelle herausnehmen.
- Die Sauce zubereiten: In einer kleinen Schüssel Sojasauce mit Reisessig und Chiliöl (falls verwendet) verrühren, bis eine glatte, glänzende Mischung entsteht. Die Jiaozi sofort heiß servieren, direkt nach dem Kochen, wenn der Teig am weichsten und elastischsten ist und sichtbar Dampf aus dem Inneren aufsteigt.
Aufbewahrung
Ungekochte Jiaozi lassen sich sehr gut einfrieren – direkt tiefgefroren in kochendes Wasser geben und 1–2 Minuten länger kochen. Gekochte Reste im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 1–2 Tagen aufessen; zum Aufwärmen kurz in kochendem Wasser erhitzen oder in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten, bis sie außen leicht knusprig sind.
Am liebsten mache ich Jiaozi an regnerischen Samstagen, wenn man sich ohne Eile mit dem Teig über den ganzen Tisch ausbreiten und nebenbei eine Serie schauen kann. Ich lege immer ein paar Stücke „für schlechte Zeiten“ in die Tiefkühltruhe, weil sie mich an Tagen retten, an denen ich überhaupt keine Idee fürs Mittagessen habe.