Chinesische Frühstückspfannkuchen Jianbing mit Ei und Schnittlauch Recipe
Jianbing ist eines der beliebtesten Streetfood-Frühstücke in Nordchina. Es ist ein dünner Pfannkuchen aus einem flüssigen Teig, der mit Ei gebraten und mit Schnittlauch sowie knusprigen Extras bestreut wird. In der heimischen Version lässt er sich in einer normalen Pfanne zubereiten und wie ein sättigender Frühstückspfannkuchen essen – etwas zwischen einem deutschen Crêpe und einer Tortilla mit Ei.
In China wird Jianbing in den frühen Morgenstunden an Straßenständen verkauft – als schnelles Frühstück zum Mitnehmen für Berufstätige. Traditionell wird er aus einer Mischung aus Weizenmehl und Hirse- oder Mungbohnenmehl zubereitet, die auf einer großen, flachen Heizplatte dünn ausgestrichen wird.
Jianbing ist die Essenz des chinesischen Frühstücks-Streetfoods – ein dünner, elastischer Pfannkuchen, der die Weichheit eines Crêpes mit der Knusprigkeit der Einlagen verbindet. Die salzig-süße Sauce, frischer Schnittlauch und Ei ergeben eine Geschmackskombination, die den müden Appetit perfekt weckt. In der heimischen Version bekommt man ein Stück Peking-Feeling aus der Pfanne – mit ganz normalen Küchenutensilien und leicht erhältlichen Zutaten.
Warum diese Version funktioniert
- Die Kombination aus Weißmehl und Vollkornmehl ergibt einen elastischen Fladen mit kräftigerem, nussigerem Geschmack.
- Ein sehr dünnflüssiger Teig und das schnelle Verteilen in der Pfanne sorgen für eine ultradünne, zarte Struktur.
- Das Ei, das auf den bereits teilweise gestockten Fladen gegossen wird, verbindet sich gut mit dem Teig und bleibt gleichzeitig weich und saftig.
- Die Cracker werden erst auf den mit Sauce bestrichenen Fladen gegeben und bleiben dadurch knusprig, statt durchzuweichen.
Tipps vom Koch
Der Teig sollte recht dünnflüssig sein, eher wie für sehr dünne Crêpes als für dicke Pfannkuchen – so wird der Jianbing elastisch und bricht beim Rollen nicht. Die Pfanne gut vorheizen, aber bei mittlerer Hitze braten: Ist sie zu heiß, verbrennt der Boden schnell, während das Ei oben noch roh ist. Knusprige Einlagen (z.B. zerbröselte Cracker, geröstete Saaten) erst kurz vor dem Zusammenklappen hinzufügen, damit sie nicht weich werden.
Serviervorschläge
Jianbing wie ein Burrito zusammengerollt „auf die Hand“ mit einer Tasse kräftigem Schwarztee oder Kaffee servieren – eine tolle Alternative zum Pausenbrot fürs Büro. Am Wochenende kannst du einen Teller mit verschiedenen Extras auf den Tisch stellen: Gurkensticks, Kimchi, Reste von Brathähnchen, damit sich jeder seine Lieblingsfüllung zusammenstellt. Auch als praktisches Frühstück „to go“ vor einer langen Zug- oder Autofahrt ideal.
Worauf man achten sollte
- Ist der Teig zu dick, wird der Fladen zu grob und brüchig und reißt beim Falten – nach dem ersten Fladen bei Bedarf ein paar Esslöffel Wasser hinzufügen.
- Wenn die Pfanne zu heiß ist, verbrennt der Boden schnell, bevor Oberfläche und Ei Zeit haben zu stocken – mit mittlerer Hitze beginnen.
- Gib die Cracker nicht auf sehr nasse Sauce und nicht zu früh dazu – streue sie erst kurz vor dem Falten über den Fladen, sonst weichen sie rasch auf.
Ersatzzutaten
- Die Cracker kannst du durch sehr dünnes, knuspriges Knäckebrot (z. B. Wasa) oder sehr dünn aufgeschnittenes, im Ofen geröstetes Brötchen ersetzen.
- Koriander lässt sich durch glatte Petersilie austauschen, wenn du den typischen, leicht „seifigen“ Geschmack von Koriander nicht magst.
Zutaten
- Mehl - 120 g
- Vollkornmehl oder helles Roggenmehl für mehr Geschmack; kann durch Weizenmehl ersetzt werden - 40 g
- Wasser für den Teig - 260 ml
- Eier 3 für die Pfannkuchen, 1 zum Bestreichen - 4 Stück
- Frühlingszwiebeln gehackt - 4 Stück
- frischer Koriander optional, gehackt - 1 Handvoll
- Hoisinsauce süß-salzige Sauce; kann durch eine Mischung aus Sojasauce und etwas Honig ersetzt werden - 3 Esslöffel
- scharfe Chilipaste oder Chilisauce optional, nach Geschmack - 1 Esslöffel
- knuspriges Gebäck wie Cracker oder dünnes trockenes Brötchen zerbröselt; im Original werden knusprige Teigstangen you tiao verwendet - 3 Stück
- Öl zum Braten - 2 Esslöffel
- Salz für den Teig - 0.5 Teelöffel
Zubereitung
- Beide Mehlsorten und Salz in eine Schüssel geben. Nach und nach Wasser zugießen und dabei ständig mit dem Schneebesen rühren, bis ein glatter, sehr dünnflüssiger Teig ohne Klümpchen mit der Konsistenz von flüssiger Sahne entsteht. 10 Minuten ruhen lassen, damit er leicht andickt und geschmeidiger wird.
- Drei Eier in einer Schüssel zu einer gleichmäßigen Masse verquirlen (ein Ei ganz lassen, wenn du es später zusätzlich in die Füllung geben möchtest). Frühlingszwiebeln und Koriander fein hacken. Cracker oder das dünne Brötchen in der Hand zu erbsengroßen Stückchen zerbröseln – sie sollen nach dem Braten deutlich knuspern, aber nicht am Gaumen kratzen.
- In einer kleinen Schüssel Hoisinsauce mit scharfer Chilipaste oder Chilisauce verrühren. Abschmecken – die Sauce soll süß-salzig sein und deutlich, aber nicht brennend scharf; ist sie zu scharf, etwas mehr Hoisinsauce zugeben, ist sie zu mild, etwas zusätzliche Chili einrühren.
- Eine beschichtete Pfanne (ca. 24 cm) bei mittlerer Hitze erhitzen und mit einem Pinsel oder Küchenpapier sehr dünn mit Öl einstreichen. Die Pfanne ist bereit, wenn ein Tropfen Teig sofort leise zischt, aber nicht innerhalb weniger Sekunden dunkelbraun wird – die Oberfläche soll nur zart gefettet sein.
- Eine Portion Teig (ca. 1 Schöpfkelle) in die Pfanne geben und durch schnelles Kippen und Drehen der Pfanne verteilen, sodass ein sehr dünner Fladen entsteht; an manchen Stellen darf er fast durchscheinend sein. 1–2 Minuten braten, bis die Oberfläche vollständig gestockt ist, keine nassen Stellen mehr zu sehen sind und sich die Ränder leicht nach oben wölben.
- Etwa 1/3 der verquirlten Eier auf die Oberseite des Fladens gießen und mit der Rückseite eines Löffels oder einem Silikonspatel zu einer dünnen Schicht über die gesamte Fläche verstreichen. Sofort mit einem Teil der Frühlingszwiebeln und des Korianders bestreuen und diese leicht ins Ei drücken; weitere ca. 1 Minute braten, bis das Ei nicht mehr glänzt und sich trocken anfühlt.
- Den Fladen mit einem breiten Pfannenwender vorsichtig unterfahren und so wenden, dass die Eierseite unten liegt. 30–60 Sekunden braten, bis die Unterseite stellenweise goldbraun ist und sich goldene Flecken zeigen, der Fladen aber noch elastisch bleibt und sich in der Hand falten lässt, ohne zu reißen.
- Den Fladen erneut wenden, sodass die Eierseite wieder oben liegt. Die Oberfläche mit etwa 1 Esslöffel Hoisin-Chili-Sauce bis zum Rand bestreichen, sodass sie dünn und gleichmäßig bedeckt ist, aber nicht in Sauce schwimmt. Anschließend mit einer Portion der zerbröselten Cracker bestreuen und diese sanft andrücken, damit sie an der Sauce haften und trocken bleiben.
- Wenn du zusätzliche Einlagen verwendest (z. B. Gurkenstifte, Reste von Bratenfleisch, Schinken, Käse oder Kimchi), diese längs in der Mitte des Fladens verteilen und an den Rändern etwas Platz lassen. Den Fladen zur Hälfte und dann nochmals zur Hälfte zusammenklappen oder ihn wie einen Crêpe straff aufrollen, dabei leicht andrücken, damit die Füllung nicht herausrutscht und die Cracker nicht herausfallen.
- Den fertigen Jianbing auf einen Teller legen und mit einem Tuch abdecken, damit er während des Ausbackens der übrigen Fladen nicht auskühlt oder austrocknet. Mit dem restlichen Teig und den Eiern genauso verfahren, die Pfanne jeweils leicht einfetten; heiß servieren, solange die Cracker bei jedem Bissen hörbar knuspern.
Aufbewahrung
Fertig gebratene Jianbing schmecken frisch am besten, können aber abgekühlt in einer luftdichten Dose im Kühlschrank aufbewahrt und in der Pfanne oder in einer trockenen beschichteten Pfanne kurz aufgefrischt werden. Knusprige Einlagen am besten erst beim erneuten Erwärmen frisch hinzufügen.
Ich brate Jianbing am häufigsten Montagmorgen, wenn im Kühlschrank nur noch vereinzeltes Gemüse und ein Stück Käse liegen – alles landet in einem Pfannkuchen und erspart mir den Sprint zum Supermarkt. Manchmal mache ich sie auch abends als spätes Abendessen nach dem Training, weil sie schnell gehen und wirklich satt machen.