Deutsche Klößchen in Tomatensoße (Frikadellen) Recipe
Frikadellen sind deutsche Hackfleischküchlein, hier aber als kleine Klößchen in einer milden Tomatensoße serviert. Es ist etwas zwischen polnischen Fleischklößchen und italienischen Meatballs für Pasta. Das Gericht eignet sich hervorragend für ein Familienessen, denn Kinder greifen meist gern zu den kleinen Bällchen in der dicken, roten Soße.
Frikadellen sind ein Klassiker der deutschen Hausmannskost – oft werden sie „trocken“, also ohne Sauce, zu Kartoffeln und Salat serviert, während sie in der Variante mit Tomatensauce eher als vollwertiges Mittagsgericht auf den Tisch kommen. In vielen Haushalten bereitet man gleich eine größere Menge zu, denn sie schmecken auch kalt auf Brot oder Brötchen hervorragend.
Diese Frikadellen sind ein schönes Beispiel für die deutsche Hausmannskost – weiche, gut gewürzte Klößchen, die in einer milden, leicht süßlichen Tomatensoße schmoren. Geschmacklich liegen sie genau zwischen polnischen Fleischklößchen in Soße und italienischen Meatballs, sodass sie bei der ganzen Familie gut ankommen. Die Soße, die den Geschmack des angebratenen Fleisches aufnimmt, hat ein angenehm rundes Aroma mit Majoran- und Paprikanote.
Warum diese Version funktioniert
- Nur eine Pfanne zum Anbraten und Schmoren – so übernimmt die Sauce den vollen Geschmack des angebräunten Fleisches.
- In Milch eingeweichtes und gut ausgedrücktes Brötchen macht die Masse zart, ohne sie zu verwässern, sodass die Frikadellen nicht aufreißen.
- Das Anrösten des Tomatenmarks vor dem Ablöschen nimmt die rohe Säure und vertieft den Geschmack der Sauce.
- Schmoren in der Sauce nach dem Anbraten sorgt für eine saftige Innenstruktur und eine dicke, fleischige Pfannensauce.
Tipps vom Koch
Das Brötchen wirklich gut ausdrücken – bleibt zu viel Milch zurück, fällt die Masse beim Formen und Braten leicht auseinander. Die Fleischmasse so lange mit der Hand kneten, bis sie beginnt, leicht an den Händen zu kleben; das ist ein Zeichen, dass sich das Eiweiß im Fleisch gebunden hat und die Bällchen stabil bleiben. Achte darauf, dass die Zwiebel für die Soße nur glasig wird – wenn sie bräunt, kann die Soße bitter werden.
Serviervorschläge
Am häufigsten serviere ich sie mit Kartoffelpüree oder kleinen Hörnchennudeln, weil diese die dicke Soße besonders gut aufnehmen. Dazu passt kohlensäurehaltiges Wasser mit Zitrone oder ein mildes, halbtrockenes Rotweinchen, wenn es ein ruhiges Wochenendessen ist. Für einen lockeren Fernsehabend kann man die Klößchen mit Baguette und einer Schüssel grünem Salat mit Vinaigrette servieren.
Worauf man achten sollte
- Zu feuchtes, schlecht ausgedrücktes Brötchen macht die Masse klebrig, sodass die Frikadellen in der Pfanne auseinanderfallen.
- Ist die Pfanne zu stark erhitzt, werden die Frikadellen außen zu dunkel, bleiben innen aber noch roh.
- Wird die Sauce vor dem Einlegen des Fleisches zu stark einreduziert, kann sie übermäßig eindicken und anbrennen.
Ersatzzutaten
- Einen Teil des Schweinehackfleischs kannst du durch Rinderhack ersetzen – für einen volleren, eher „gulaschartigen“ Geschmack.
- Das Weizenbrötchen kannst du durch ein Kaiserbrötchen oder 2–3 Esslöffel in Milch eingeweichte Semmelbrösel ersetzen.
- Die Gemüsebrühe kannst du durch Hühnerbrühe austauschen, wenn du eine fleischigere, mildere Sauce möchtest.
- Die Dosentomaten lassen sich durch Passata ersetzen; dann verkürzt sich die Kochzeit der Sauce um ein paar Minuten.
Zutaten
- Hackfleisch - 500 g
- Weizenbrötchen - 1 Stück
- Milch - 80 ml
- Ei - 1 Stück
- Zwiebel - 1 Stück
- Knoblauchzehe - 2 Stück
- Senf - 1 Esslöffel
- Tomatenmark - 1 Esslöffel
- Tomaten aus der Dose - 400 g
- Gemüsebrühe - 200 ml
- pflanzliches Öl - 3 Esslöffel
- Majoran - 1 Teelöffel
- Paprikapulver edelsüß - 1 Teelöffel
- Zucker - 0.5 Teelöffel
- Salz
- schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Das Brötchen in Stücke schneiden, mit Milch übergießen und 5–10 Minuten einweichen lassen, bis es vollständig durchtränkt ist. Anschließend mit den Händen überschüssige Flüssigkeit ausdrücken.
- Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken oder durch eine Presse drücken.
- Hackfleisch, ausgedrücktes Brötchen, Ei, die Hälfte der Zwiebel, die Hälfte des Knoblauchs, Senf, Majoran, Paprikapulver, Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben. Mit der Hand 2–3 Minuten kneten, bis die Masse homogen und leicht klebrig ist.
- Aus der Masse kleine Klößchen in Walnussgröße formen und leicht flach drücken. Es sollten etwa 20–24 Stück werden.
- In einer großen Pfanne 2 Esslöffel Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Klößchen portionsweise 4–5 Minuten von jeder Seite braten, bis sie schön gebräunt sind. Herausnehmen und auf einen Teller legen.
- In derselben Pfanne 1 Esslöffel Öl erhitzen, die restliche Zwiebel und den restlichen Knoblauch hineingeben. Unter Rühren 3–4 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis sie weich und glasig sind, aber nicht braun.
- Tomatenmark hinzufügen, verrühren und noch 1 Minute mitrösten, damit es leicht karamellisiert und süßer im Geschmack wird.
- Tomaten aus der Dose und Brühe angießen, Zucker, eine Prise Salz und Pfeffer dazugeben. Zum leichten Kochen bringen, die Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Soße etwas eindickt.
- Die Klößchen vorsichtig in die Soße legen, sodass sie teilweise bedeckt sind. Die Pfanne abdecken und bei niedriger Hitze 10–12 Minuten schmoren, bis das Fleisch innen vollständig gar ist.
- Die Soße abschmecken und bei Bedarf mit Salz, Pfeffer oder etwas Zucker nachwürzen, falls sie zu sauer ist. Sofort servieren.
Aufbewahrung
Die Klößchen lassen sich zusammen mit der Soße 2–3 Tage im Kühlschrank aufbewahren und schonend in Topf oder Mikrowelle aufwärmen. Sie eignen sich auch gut zum Einfrieren – am besten bereits in der Soße, damit sie saftig bleiben.
Ich mache diese Klößchen immer dann, wenn Freunde mit Kindern zu Besuch kommen – ich weiß, dass selbst der größte Gemüsemuffel wenigstens ein paar Bällchen mit Nudeln isst. Oft brate ich gleich die doppelte Menge und friere einen Teil in der Soße ein, um ein fertiges Abendessen für einen hektischen Montag parat zu haben.