Italienischer Ricotta-Kuchen mit Himbeeren Recipe
Ein saftiger, zarter Kuchen mit Ricotta und Himbeeren, der an eine Mischung aus Käsekuchen und Biskuit erinnert. In Italien tauchen solche einfachen Kuchen oft am Sonntagnachmittag zum Kaffee auf – sie sind nicht übermäßig süß, sodass man leicht ein zweites Stück isst. Ideal, wenn du Ricotta im Kühlschrank hast und nicht weißt, was du damit machen sollst.
Dies ist ein typischer „da credenza“-Kuchen aus Norditalien – schlicht, auf Käse und Obst basierend, in einer Form gebacken und zum Kaffee serviert, statt schwerer Torten.
Dieser Ricotta-Kuchen mit Himbeeren hat eine Konsistenz irgendwo zwischen leichtem Käsekuchen und luftigem Biskuit, wodurch er saftig, aber nicht schwer ist. Die dezente Süße und eine feine Zitrusnote lassen ihn wie ein typisches italienisches „dolce“ zum Nachmittags-Espresso wirken – ohne übertrieben viel Zucker und ohne Cremeschichten.
Warum diese Version funktioniert
- Kräftig aufgeschlagene Eier ersetzen einen Teil des Fetts, dadurch bleibt der Kuchen leicht, aber nicht trocken.
- Sorgfältig zerdrückter Ricotta sorgt für eine gleichmäßige, cremige Struktur ohne Klümpchen.
- Das Bemehlen der Himbeeren und ihr Schichten in zwei Lagen verringert das Absinken der Früchte.
- Eine moderate Zuckermenge und Zitrone balancieren die Süße aus, sodass der Kuchen nicht langweilig süß wirkt.
Tipps vom Koch
Ricotta sollte gut abgetropft und kurz mit der Gabel zerdrückt oder gemixt werden, damit die Masse glatt und ohne Klümpchen ist. Die Zutaten sollten Zimmertemperatur haben – dann geht der Kuchen gleichmäßig auf und fällt nach dem Backen nicht zusammen. Es lohnt sich, die Himbeeren vor dem Zugeben leicht mit Mehl zu bestäuben, damit sie nicht komplett auf den Boden sinken.
Serviervorschläge
Serviere ihn leicht abgekühlt, mit Puderzucker oder etwas Zitronenschale bestreut und mit einer zusätzlichen Handvoll frischer Himbeeren daneben. Dazu passt kräftiger Kaffee aus der Espressokanne oder Zitronentee, besonders an einem entspannten Sonntagnachmittag. Der Kuchen eignet sich auch hervorragend zum Mitnehmen auf den Schrebergarten oder zum Picknick – er lässt sich gut transportieren und muss nicht gekühlt werden.
Worauf man achten sollte
- Das Mehl nicht zu lange einarbeiten – sobald keine trockenen Schlieren mehr zu sehen sind, sofort aufhören, sonst entwickelt sich zu viel Gluten und der Kuchen wird kompakt.
- Den Ofen in den ersten 25 Minuten nicht öffnen, sonst kann die Mitte einsacken und klitschig werden.
- Zu feuchter Ricotta verdünnt die Masse – wenn sich Molke an der Oberfläche sammelt, diese unbedingt abgießen und den Käse abtropfen lassen.
Ersatzzutaten
- Himbeeren kannst du durch Brombeeren, Heidelbeeren oder einen Mix aus Waldbeeren ersetzen.
- Die Zitronenschale kannst du durch Orangenschale ersetzen, wenn du ein milderes, süßeres Aroma bevorzugst.
- Etwa 50 g Weizenmehl kannst du durch gemahlene Mandeln ersetzen, für ein nussigeres Aroma.
Zutaten
- Ricotta gut abgetropft - 250 g
- Mehl Typ 450–550 - 200 g
- Zucker - 150 g
- Eier zimmerwarm - 3 Stück
- Öl z.B. Rapsöl - 80 ml
- Backpulver - 2 Teelöffel
- abgeriebene Zitronenschale nur der gelbe Teil - 1 Teelöffel
- Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt - 150 g
- Zucker zum Bestreuen, optional - 1 Esslöffel
- Prise Salz
Zubereitung
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit etwa 22 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen oder einfetten und mit Mehl ausstäuben, auch die Ränder, sodass eine dünne, gleichmäßige Schicht ohne blanke Stellen entsteht.
- Ricotta bei Bedarf in einem Sieb abtropfen lassen, in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken, bis er glatt und cremig ist und keine Klümpchen mehr hat. Einige Minuten beiseitestellen, damit überschüssige Feuchtigkeit austreten kann und der Käse etwas fester wird.
- In einer großen Schüssel Eier mit Zucker und einer Prise Salz mit dem Mixer auf hoher Stufe 4–5 Minuten aufschlagen, bis die Masse deutlich heller, dicker und etwa auf das Dreifache ihres Volumens aufgeschlagen ist. Wenn du den Schneebesen anhebst, sollte der Teig in einem breiten, luftigen Band zurück in die Schüssel fließen.
- Die Mixerstufe auf mittel reduzieren und das Öl in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren einlaufen lassen, bis die Masse homogen, leicht glänzend ist und keine sichtbaren Fettschlieren mehr auf der Oberfläche zu sehen sind.
- Ricotta und Zitronenschale hinzufügen. Auf niedriger Stufe nur ganz kurz mixen, gerade so lange, bis alles verbunden ist; die Masse soll deutlich luftig und elastisch bleiben, nicht flüssig werden.
- Mehl mit Backpulver mischen. In 2–3 Portionen zur Masse geben und mit einem Spatel vorsichtig von unten nach oben unterheben. Aufhören, sobald keine trockenen Mehlstreifen mehr zu sehen sind – der Teig soll dick, aber noch langsam vom Spatel fließen.
- Die Himbeeren (frisch oder gefroren, nicht auftauen) mit einem Teelöffel Mehl bestäuben und die Schüssel leicht schütteln, bis die Früchte von einer dünnen, pudrigen Schicht umhüllt sind. Sie sollen „berauft“ aussehen, nicht dick umkleidet.
- Die Hälfte des Teigs in die Form füllen und die Oberfläche glattstreichen. Die Hälfte der Himbeeren darauf verteilen und vorsichtig leicht eindrücken, sodass sie teilweise im Teig versinken, aber nicht ganz bis zum Boden rutschen.
- Den restlichen Teig einfüllen und glattstreichen. Die übrigen Himbeeren darauflegen und leicht andrücken. Die Form in den Ofen stellen und 40–45 Minuten backen, bis die Oberfläche gleichmäßig goldbraun ist und ein Holzstäbchen, das in die Mitte gesteckt wird, trocken oder mit ein paar feuchten Krümeln wieder herauskommt.
- Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und 10–15 Minuten in der Form stehen lassen, bis die Mitte „gesetzt“ ist und sich die Ränder leicht von der Form lösen. Danach auf ein Gitter setzen und vollständig auskühlen lassen; der Boden sollte sich trocken und nur noch lauwarm anfühlen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Aufbewahrung
Den vollständig ausgekühlten Kuchen gut abgedeckt bei Raumtemperatur 1–2 Tage aufbewahren oder im Kühlschrank lagern, wenn es sehr warm ist. Vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen. Einzelne Stücke können eingefroren und bei Bedarf schonend aufgetaut werden.
Am häufigsten backe ich diesen Kuchen am Freitagabend, damit es am Samstagmorgen „etwas Süßes“ zum Kaffee gibt, bevor jemand überhaupt Brötchen holen geht. Er hat mir auch schon die Ricotta gerettet, die seit ein paar Tagen etwas verloren im Kühlschrank lag und dringend verbraucht werden wollte.