Kuru fasulye – türkische weiße Bohnen in Tomatensoße Recipe
Kuru fasulye ist ein dickes Gericht aus weißen Bohnen, die in einer aromatischen Tomatensoße geschmort werden und in der Türkei oft als „nationales Mittagsgericht“ gelten. Meist wird es mit Reis und eingelegtem Gemüse als sättigende Hausmannskost serviert. Im Geschmack erinnert es an eine Mischung aus bretonischen Bohnen und Gemüsegulasch, ist aber milder und tomatiger.
Kuru fasulye ist die Essenz des türkischen Hausessens – dicke, tomatige Bohnen mit einem dezent würzigen Kreuzkümmelaroma, wie man sie in einfachen Lokantas am Straßenrand und in Familienküchen isst. Das Gericht verbindet cremige Bohnen mit einer reichhaltigen, lange geschmorten Soße und erinnert an eine leichtere Version unserer bretonischen Bohnen, aber ohne Rauchfleisch und mit deutlich tomatigerem Charakter. Es macht richtig satt, ohne schwer im Magen zu liegen.
Tipps vom Koch
Der Schlüssel sind gut eingeweichte Bohnen – wenn die Körner nach 8 Stunden noch sehr hart sind, die Einweichzeit verlängern, sonst kochen sie ewig. Die Zwiebeln geduldig braten, bis sie an den Rändern leicht gebräunt sind, denn das bringt Süße und Tiefe in die Soße; zu schnelles Anbraten bei hoher Hitze führt zu rohem Beigeschmack. Gegen Ende des Kochens nur vorsichtig umrühren, nicht zu kräftig, damit die Bohnen nicht zerfallen und zu Brei werden.
Serviervorschläge
Am klassischsten servierst du kuru fasulye mit weißem Reis oder Pilaw und einer Schüssel Sauerkraut oder Gewürzgurken – so mache ich es oft an kühlen Herbstabenden. Sehr gut schmeckt es auch mit einem einfachen Salat aus Tomaten, Zwiebeln und Petersilie sowie einer Scheibe frischem Sauerteigbrot, um die Soße aufzutunken. Dazu passt Ayran oder einfach ein Glas kaltes Wasser mit einer Scheibe Zitrone, denn das Gericht ist an sich schon sehr gehaltvoll.
Zutaten
- weiße Bohnen getrocknet, z.B. Feuerbohnen - 300 g
- Zwiebel mittelgroß - 2 Stück
- Knoblauch - 3 Zehen
- Pflanzenöl - 3 Esslöffel
- Butter optional - 20 g
- Tomatenmark - 2 Esslöffel
- Tomaten aus der Dose gehackt oder ganz - 400 g
- Lorbeerblatt - 2 Stück
- gemahlener Kreuzkümmel - 0.5 Teelöffel
- edelsüßes Paprikapulver - 1 Teelöffel
- Salz nach Geschmack
- schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- Wasser zum Kochen der Bohnen und der Soße - 800 ml
Zubereitung
- Die Bohnen in einem Sieb abspülen, in einem Topf mit reichlich kaltem Wasser bedecken und über Nacht (mindestens 8 Stunden) zum Einweichen stehen lassen.
- Am nächsten Tag das Wasser abgießen, die Bohnen abspülen und mit frischem Wasser so auffüllen, dass sie einige Zentimeter bedeckt sind. Zum Kochen bringen, den Schaum von der Oberfläche abschöpfen, die Hitze reduzieren und 30–40 Minuten köcheln, bis die Bohnen fast weich, innen aber noch leicht fest sind. Abgießen und dabei etwa 200 ml Kochwasser auffangen.
- Die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken.
- In einem großen Topf Öl mit Butter bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel zugeben und unter Rühren 6–8 Minuten braten, bis sie weich ist und an den Rändern leicht bräunt.
- Den Knoblauch zugeben und weitere 1–2 Minuten braten, bis er intensiv duftet, aber nicht braun wird.
- Tomatenmark, Paprikapulver und Kreuzkümmel hinzufügen. Etwa 1 Minute rühren, bis das Tomatenmark leicht anröstet und dunkler wird.
- Die Dosentomaten zugeben (ganze Tomaten mit einem Löffel zerdrücken), Lorbeerblätter, abgetropfte Bohnen und etwa 200 ml Bohnenkochwasser (oder normales Wasser) hinzufügen.
- Zum Kochen bringen, die Hitze auf klein reduzieren und 25–30 Minuten mit Deckel köcheln lassen, bis die Bohnen ganz weich sind und die Soße eingedickt ist. Gelegentlich vorsichtig umrühren, damit nichts am Boden ansetzt.
- Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Soße zu dick, etwas Wasser zugeben; ist sie zu dünn, einige Minuten ohne Deckel einkochen lassen, bis sie eindickt.
- Die Lorbeerblätter vor dem Servieren entfernen.
Aufbewahrung
Kuru fasulye lässt sich sehr gut im Kühlschrank aufbewahren und beim Aufwärmen mit etwas Wasser wieder cremig rühren. Es eignet sich auch zum Einfrieren in Portionen; beim erneuten Erwärmen langsam erhitzen, damit die Bohnen nicht zerfallen.